Programm für kohlenstoffarme Stadtentwicklung in Thailand

Im Januar 2019 schloss die Stiftung ein Kooperationsabkommen in Form eines Emissionsreduktionsankaufsvertrages mit der Thailand Greenhouse Gas Management Organisation (TGO) zur Unterstützung eines nationalen Programms für kohlenstoffarme Stadtentwicklung in Thailand auf Basis eines ergebnisorientierten Zahlungsmechanismus, mit dem Ziel der Generierung und nachfolgenden Stilllegung von bis zu 225.000 Emissionsreduktionen – sogenannten TVERs – aus gemeinsam festgelegten Projektaktivitäten.
Das Programm zur kohlenstoffarmen Stadtentwicklung wurde im Vorfeld von der Regierung Thailands in Zusammenarbeit mit dem Partnership für Market Readiness der Weltbank entwickelt und ist mit einem Mechanismus zur freiwilligen Kohlenstoffkompensation, dem sogenannten TVER Scheme, gekoppelt. Dieses nationale Klimaschutzinstrument wurde von TGO auf Basis der Erfahrung und Expertise mit dem Clean Development Mechanismus (CDM) entwickelt und baut auf ähnlichen, jedoch vereinfachten, Methoden und Prozessen für die Entwicklung, Registrierung, Verifizierung und Ausgabe von CO2-Zertifikaten von Klimaschutzprojekten auf.
In Anlehnung an das Prinzip der programmatischen Ausgestaltung setzt die Unterstützung der Stiftung auf Ebene des TVER Scheme an, um unter Einbeziehung lokaler Regierungsbehörden Emissionsreduktionen aus den nachstehend genannten Projekttypen zu bündeln, anzukaufen und auf diese Weise die dahinterliegenden Projekte zu kofinanzieren:

• Erzeugung von Biogas, inklusive der Rückgewinnung von Methan aus Prozessen der Abwasserreinigung und Abfallbehandlung sowie dessen Verwendung zur Energieproduktion,

• Energie-effiziente Beleuchtung durch den Ersatz herkömmlicher Lampen durch LED Technologie,







• Photovoltaiksysteme zur Erzeugung von erneuerbarer Energie,

• Wechsel auf abfallbasierte Brennstoffe, um Kohle oder andere fossile Brennstoffe in Zementproduktionsanlagen zu ersetzen.

Es wird weiters erwartet, dass das TVER Scheme als Kompensationsmechanismus zukünftig in ein potentielles, nationales Emissionshandelssystem eingebunden werden wird, um den Bedarf an CO2-Zertifikaten der Teilnehmer zu decken. Die Stiftung agiert im Rahmen dieser Kooperation als erster internationaler Käufer derartiger Emissionsreduktionen in der Absicht, das nationale TVER Scheme zu stärken und gleichzeitig einen Anreiz für die teilnehmenden Städte und Gemeinden zu bieten, Klimaschutzprojekte im Rahmen des Programms für kohlenstoffarme Stadtentwicklung umzusetzen. Der Kapazitätsaufbau von lokalen und nationalen Behörden Thailands sowie die Vorzeigewirkung für weitere internationale Käufer von CO2-Zertifikaten stellen zusätzlichen Nutzen der Zusammenarbeit dar.
Im Rahmen der geschlossenen Vereinbarung wird der Kooperationspartner TGO regelmäßig über den Programmfortschritt berichten mit dem Ziel, die vertraglich festgelegte Menge an Emissionsreduktionen bis Oktober 2021 stillzulegen. 

Foto: Treffen zwischen Vertretern von TGO, lokalen Regierungsbehörden und der Stiftung im Rahmen der Unterschrift des Kooperationsabkommen (Bangkok, Januar 2019).


Grafik: Wirkungsweise der Kooperation zwischen TGO und der Stiftung (Quelle: Stiftung Zukunft des Kohlenstoffmarktes, 2019)